Tradition und Zukunft: Generalversammlung 2026

Der Lorscher Männergesangsverein Germania pflegt seit über hundert Jahren als Gesangsverein den Chorgesang. Um dem Reglement des Vereins zu entsprechen, wird einmal jährlich zu einer Generalversammlung eingeladen. Das Traditionsbezogene der Germania drückt sich dabei auch durch die einheitliche Kleidung aus, in der alle aktiven Sänger zur Versammlung erscheinen, schwarzer Anzug, weißes Hemd, rote Krawatte – mithin die Vereinskluft. Dies war erneut bei der jetzigen Versammlung der Germania der Fall.

Und wie jedes Jahr folgte dann die Agenda einem gleichen Ablauf. Dabei stand die Ehrung der Jubilare im Vordergrund, die vom Germania-Vorstand aber auch vom Vorsitzenden des Sängerkreises Bergstraße Heinz Ritsert vorgenommen wurde. Es war dies eine Zeremonie mit großer Hochachtung und Wertschätzung, denn es sind unglaublich viele Jahre, die die Sangesjubilare ‚ihrer‘ Germania treu geblieben sind. Bei Stefan Hartmann sind es, entgegen seiner jugendlichen Erscheinung, bereits 25 Jahre, bei Michael Huber 50 Jahre. Walter Wolfgarten ist ebenso 50 Jahre dabei. Josef Schlude singt sogar seit 65 Jahren Woche für Woche im Germania-Chor.
Aber auch fördernde Mitglieder zeigen eine hohe Verbundenheit und einige Jubilare waren bei der Versammlung anwesend. So sind es bei Christian Drax 40 Jahre der Vereinsunterstützung, 50 Jahre bei Peter Helwig und 60 Jahre bei Edgar Wachtel und Lothar Hörer. Ihnen wurde bei der Versammlung in hervorgehobener Weise gedankt, denn auf ihre finanzielle Förderung ist der Männerchor angewiesen. Die längste Unterstützungszeit gab es bei Hans-Jürgen Neeb: 70 Jahre.

Ehrung Josef Schlude

Obgleich man bei den zahlreichen Jubilaren im durchaus fortgeschrittenen Alter auf einen betagten Männerchor schließen könnte, präsentiert sich Germania anders. Bei seiner Ansprache fielen Heinz Ritsert unmittelbar die vielen ihm unbekannten jungen Gesichter auf. Auch deshalb ist es dem Männerchor möglich, aus dem Kreis seiner aktiven Sänger insgesamt drei Chorformationen zu bilden. Neben dem Germania-Chor sind dies: Der TaktFest-Chor mit moderner Liedauswahl und der Stimmpuls-Chor, der sich an die schwierigeren Stücke herantraut.
Da die Vereinsfinanzen in Ordnung, die Buchführung ordentlich und die Aktivitäten zahlreich waren – darunter vier erfolgreich gemeisterte, umfangreiche Konzerte, zwei Veranstaltungen für die Vereinsmitglieder, sowie das Hofcafe und das Schlachtfest, konnte der Vorstand einstimmig entlastet werden.
Für die Durchführung der Wahl des ersten Vorsitzenden war Olaf Jünge als Repräsentant der Stadt Lorsch im Einsatz. Er sprach mit Begeisterung vom großen kulturellen Engagement des Chores in Lorsch. Wiedergewählt wurde dann einstimmig Klemens Diehl Blust, der den Chor in den letzten Jahren zum ‚Strahlen‘ gebracht hatte. Auch die Wiederwahl des weiteren Vorstands blieb ohne Gegenstimme. Änderungen gab es trotzdem. Hark Hoppe zog sich aus dem Leitungsgremium des Vereins zurück. Damit musste seine mit großem Engagement betriebene Verwaltung der Notensätze in die Hände von Bernd Brunnengräber gelegt werden. Auch Nils Engel kündigte sein Amt als zweiter Vorsitzender auf. Verein und Chor will er jedoch treu bleiben. Dies im Unterschied zu Daniel Hartnagel, der eine Chor-Pause einlegen will. Allen dreien dankte Klemens Diehl-Blust persönlich für ihren besonderen Einsatz.

Verabschiedung Daniel Hartnagel

In seinem Schlusswort zeigte der neue und alte Vorsitzende sich sehr zufrieden mit dem vergangenen Vereinsjahr und war begeistert. ob der hohen Bereitschaft der Vereinsmitglieder sich bei Veranstaltungen und Aktivitäten einzubringen. Er warb aber auch um Verständnis, dass es bei der hohen Motivation und der großen Gesangsfreude nicht immer ganz einfach ist, allen Chorformation zur gleichen Zeit entsprechende Möglichkeiten einzuräumen und forderte auf, erst nach längeren Phasen Bilanz zu ziehen. Beendet wurde die Generalversammlung kulinarisch traditionsorientiert mit Rindswurst, Senf und Brötchen, musikalisch dagegen mit einem gemeinsamen gesungen Lied vom ‚Tal in Bergen‘. Ein besonderes Finale gab es aber noch für Daniel Hartnagel. Er hat in der Vergangenheit immer wieder die musikalische Leitung unterstützt, hat Chorproben durchgeführt, neue Sänger in die Geheimnisse der Musiktheorie eingeführt und auch Lieder für Chorgesang arrangiert. So zum Beispiel der Titel ‚Westerland‘ von den Ärzten. Die Uraufführung dieses Arrangements fand dann beim Jubiläumskonzert 2023 statt. Und mit diesem Lied wurde Daniel Hartnagel begleitet mit den besten Wünschen verabschiedet.

"Westerland"