Weihnachtskonzert: Alles wie immer?

Das Weihnachtskonzert 2025 der Germania, wie war es gewesen? Eine mögliche Antwort könnte sein: So wie jedes Jahr, und das seit 63 Jahren. Der Andrang war groß, die Warteschlange vor dem Einlass lang und nicht alle konnten einen Sitzplatz finden. Wie immer waren die Sänger festlich gekleidet, aber auch ein wenig unruhig ob des kommenden Auftritts. Beim Einsingen in der alten Kapelle alljährlich die erste Begeisterung über den eigenen Sound, was allerdings auch der hervorragenden Akustik des Gebäudes geschuldet ist.
Dann beim Warten des Chors im Nebenzugang der Friedhofskapelle unüberhörbar der leichte Übermut unter den Sängern – wie in jedem Jahr. Schließlich punkt 16 Uhr Öffnung der Tür zur Kapelle: Auszug der Chorsänger und Applaus. Alles wie immer??

Warteschlange

Tradition schöpft aus dem Immergleichen. Dazu gehören auch die Rede des Lorscher Bürgermeisters Christian Schönung, der Vortrag von Germania-Sänger Hans Geridant und die kurze Ansprache von Klemens Diehl-Blust am Ende des Konzerts. Hinzukommen noch die ganz wesentlichen Elemente eines Konzerts, die Liedvorträge der Germania-Chöre.
Damit endet die Aufzählung der fundamentalen Bausteine des Germania-Weihnachtssingens. Entscheidet für das Gelingen ist die nämlich deren Ausgestaltung: die Inhalte der Reden, die Auswahl der Lieder. Denn in Kombination entsteht in jedem Jahr ein gänzlich neues Erleben. Für alle Teilnehmer, Publikum wie Sänger, wird auf diese Weise das Weihnachtssingen zu einem besonderen Ereignis, ein hervorragender Beginn des Weihnachtsfestes.
Hans Geridants Geschichten zu Weihnachten wollen und sollen die Seelen des Publikums berühren. Gelungen ist ihm dies mit einem Text, der einen älteren Herren aufgrund einer zufälligen Begegnung mit einem kleinen Kind auf einem Bahnhofgleis noch einmal intensiv das Gefühl der Weihnachtsfreude erleben lässt. Bürgermeister Schönung, der sich sichtlich wohl fühlt in der ‚Germania-Weihnachtsstube‘ spannte den Bogen von den positiven Entwicklungen in seiner Kommune bis hin Weltkrisen in diesem Jahr. ‚War is over, if you want it‘ so eine Liedtextzeite und so sein Kredo. 

Vortrag Hans Geridant

Bleibt das Eigentliche: der Chorgesang. Marc Bugert steuerte die drei Chorformationen, Germania-Chor, TaktFest-Chor und Stimmpuls-Chor durch ein abwechslungsreichen, stimmungsvolles Liedprogramm. Den sechsunddreißig Sängern gelang es mit Gefühl und Leidenschaft die Gäste einzustimmen auf die kommenden Stunden der Heiligen Nacht. Auf der sogenannten Setliste Lieder aus dem bestehenden Repertoire, aber auch Lieder deren Vortrag Premiere hatte. So zum Beispiel ‚If I only had time‘, ‚Mary did you know‘, und dem Gospel ‚Jesus, what a wonderful child‘. Zum zweiten Male erst wurden ‚Carol of the bells‘, ‚Happy X-mas‘ und ‚The first Nowell‘. angestimmt. Vielleicht auch aufgrund dieser frischen Liedauswahl war es möglich das Publikum zu begeistern. Dies wurde deutlich, als Klemens Diehl-Blust Marc Bugert für sein Engagement dankte. Der aufkommende anhaltende Applaus war deutlich, kräftig und galt ihm allein.

Foto Nils Engel

Doch bei aller Freude und Begeisterung, welches der siebzehn Lieder gefiel besonders? Gibt es eine Hitliste? Eine Umfrage* erbrachte in der Benennung der favorisierten Titel einiges an Streuung und somit die Vermutung, dass die Geschmäcker eben doch verschieden sind und anderseits für jeden etwas dabei war. Gut ankamen Lieder wie ‚Hymne an die Nacht‘, ‚Weihnachtsglocken‘, ‚All of me‘, ‚Jesus what a wonderful child‘, ‚Hymne an die Nacht‘, ‚If I only had time‘, ‚Trommellied‘. Herausragend waren ‚Carol of the bells‘ und ‚Mary what a wonderful child‘. Doch die Performance, die 80% der Befragten, auf Platz eins sahen war: ‚Panis angelicus‘. Zum zweiten Mal Bestandteil des Weihnachtsprograms nach 2013 wurde es erstmalig mit Yannik Schmitt als Solisten aufgeführt, ein Lied mit Gänsehautmoment. 
Hier zum Nachhören:

Foto Nils Engel
      panis angelicus

Abwechslungsreich und unterhaltend wollte die Germania das Konzert gestalten, und das scheint gelungen, denn Margit Vogel, selbst erfahrene Chorsängerin bei ‚New Harmonists‘ fasste ihre Eindrücke wie folgt zusammen: ‚, Alles in allem war es ein großartiges Konzert.“

*Befragt wurden fünf Konzertbesucherinnen
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